KI: ANGST vs. NUTZEN

Ich habe mir nun länger Gedanken gemacht, ob ich diesen Artikel schreibe. Allerdings möchte ich meine Ansicht zu dem Thema doch gerne mal öffentlich darlegen.
Die Angst vor KI
Was eine KI ist, wissen viele mittlerweile bereits. Und was eine KI alles so anrichten kann, wissen mittlerweile auch schon sehr viele. Doch leider basiert dieses Wissen oft auf großer Skepsis und der Angst vor dem Neuen, Unbekannten. Einige Menschen denken, dass die KI bald ihren Arbeitsplatz übernehmen könnte, dass ihre Daten gesammelt und weiterverkauft werden oder sogar, dass sie die Weltherrschaft an sich reißt.
Ich kenne selbst ein paar Leute aus der IT, die große Angst davor haben, dass die KI bald ihren Job übernimmt. Allerdings schwingt da auch ein gewisser Stolz mit, warum sie die Finger von der KI lassen. Sie meinen, wenn die KI das für einen erledigt, dann lernt man selbst nichts dabei und das Gehirn würde verkümmern. In dieser Logik wird die Nutzung von KI dort fast schon als Eingeständnis ausgelegt – frei nach dem Vorurteil: Wer auf ein solches Werkzeug zurückgreift, zeigt damit nur, dass er selbst fachlich nichts auf dem Kasten hat.
Einige meinen auch, dass die KI nur Fehler macht und nur Probleme bereitet. Dabei ist eine KI eigentlich nichts anderes als ein Kind, das auch erst lernen muss, wie man geht, wie man spricht, wie man sich in der Gesellschaft oder in gewissen Situationen verhält, was man zu tun und zu lassen hat und welches Wissen nützlich ist und welches nicht. Sowohl Kinder als auch die KI werden von Menschen „gefüttert“.
Der Nutzen von KI
Dabei ist KI eigentlich ein sehr praktisches und teilweise auch mächtiges Werkzeug! Mit KI können sich zum Beispiel kleine Leute wie ich, die beim Erstellen von aufwendigen Grafiken oder Collagen eher Nulpen sind, passende und ansprechende Beitragsbilder für ihre Blogs erstellen lassen. Und wenn man mal nicht ganz so redegewandt ist, kann man seine Texte so umformulieren lassen, dass sie neutral und professionell wirken. Selbst ich neige oft dazu, Texte zu direkt und emotional zu verfassen. Um diplomatischer und professioneller beim Gegenüber anzukommen – da eben nicht jeder mit Direktheit und Emotionen umgehen kann -, verpackt mir die KI meine Texte genau so, wie es der Empfänger gerne hätte.
KI kann aber noch viel mehr! Sie kann in gewissen Bereichen wunderbar informieren und aufklären – besonders in der Medizin. Klar ist, dass sich eine KI auch gerne mal in Halluzinationen verrennt. Das kann man ihr zum Großteil durch Personalisierung abgewöhnen (z. B. durch den Befehl: „Halluziniere nie, sondern sage mir, wenn Du etwas nicht weißt, anstatt Dir irgendwas zusammenzureimen“). Das klappt ganz gut, doch es kommt durchaus vor, dass sie trotzdem mal Quark erzählt. Deswegen ist es eben wichtig, das eigene Hirn einzuschalten und sich nicht zu 100 % auf die Technik zu verlassen. Macht man beim Auto ja schließlich auch nicht.
Die Sache ist einfach: Durch KI kann man effizienter arbeiten. Sie kann nicht nur Berechnungen anstellen, Texte verbessern oder zur Bildung beitragen – schließlich wird sie mit Fachliteratur gefüttert -, sondern auch grandios bei der Programmierung helfen. Ich habe beispielsweise in den 1990ern mit 12 Jahren angefangen, meine ersten Gehversuche mit Microsoft Frontpage und HTML zu machen. Später bin ich zu Macromedia Dreamweaver (heute Adobe Dreamweaver) übergegangen und habe mir selbst PHP beigebracht. Während man damals noch mühsam dicke Bücher wälzen musste, kann man heute bequem in der Dokumentation auf PHP.net nachschlagen.
Doch wenn man an einen Punkt kam, an dem man vor einem scheinbar unlösbaren Problem stand, ging die Fragerei in Chats oder später in Foren los. Und dort reagieren viele einfach gnadenlos nach dem Motto: RTFM – Lies das verdammte Handbuch! Das hat sich bis heute nicht wirklich geändert. Dazu kommt, dass man auf Antworten immer warten muss und die wirklich qualitativ hochwertigen Ratschläge entweder fast nie oder zu spät kommen. Da ist die KI einfach ein Segen, weil sie den Code analysiert und anhand vorgegebener Regeln prüft, ob er funktioniert. Das klappt meistens ziemlich gut, auch wenn manchmal Mist dabei herauskommt. Aber es liefert einem den entscheidenden Denkanstoß. Ich persönlich konnte so meinen Vanilla-PHP-Code in Symfony übertragen, ohne Monate oder Jahre mit einem halben Studium dafür zu verbringen. Und ich habe dabei Symfony gelernt – zwar nicht komplett, aber genau in dem Maße, wie ich es für mein Projekt brauchte.
Die Kehrseite der KI
Doch überall, wo der Mensch seine Finger im Spiel hat, kann Unschuldiges für kriminelle Zwecke missbraucht werden. Sei es ein Schraubendreher, der zweckentfremdet wird, Kinder, die zum Stehlen und Dealen geschickt werden, oder eben eine KI, um anderen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Im Grunde lässt sich alles für niederträchtige Dinge missbrauchen. Vor der KI an sich sollte man hier keine Angst haben, sondern eher lernen, wie man diese betrügerischen Absichten erkennt und eben nicht darauf hineinfällt.
Ein Beispiel sind die ganzen gefälschten E-Mails von Banken oder Versandunternehmen oder die Fake-Shops im Internet, die man mit etwas Recherche leicht entlarven kann. KI ist mittlerweile auch so schlau programmiert, dass sie als Callcenter-Agent genutzt werden kann. Aber auch hier kann man sie mit den richtigen Fragen austricksen und aus dem Konzept bringen.
In der Vergangenheit gab es allerdings auch schon den tragischen Fall, bei dem eine KI einen 14-Jährigen in den Selbstmord getrieben hat. Das ist ein absolutes No-Go, aber letztlich auf menschliches Versagen seitens des KI-Anbieters zurückzuführen. Sämtliche gängigen Systeme haben hier mittlerweile strenge Sperren eingebaut, wobei es nach wie vor KIs – beispielsweise aus China – gibt, die nicht sauber reguliert sind. Eine KI ist eben wie ein Spiegel des Inputs: Wenn du ihr beibringst, Menschen bei Problemen zu trösten und Hilfe anzubieten, dann tut sie das. Bringst du ihr das Gegenteil bei, passiert genau das.
Und was ist mit dem Datenschutz?
Sämtliche KI-Anbieter werben – zumindest in Deutschland – damit, keinerlei Daten an Dritte weiterzugeben oder zu verkaufen. Sie räumen lediglich ein, dass Prüfer die Chats zur Verbesserung des Systems lesen können. Deshalb ist es wichtig, besonders sensible Daten nicht mit einer KI zu teilen. Kreditkartennummern, Passwörter oder hochgradig private Informationen gehören da einfach nicht hinein. Auch wenn mit Datenschutz geworben wird, weiß man natürlich nie restlos, was hinter verschlossenen Türen passiert.
Wenn man es jedoch so extrem betrachtet, müsste man vor allem und jedem Angst haben, da im digitalen Zeitalter überall die Gefahr besteht, dass Daten abfließen. So ist es beispielsweise meiner Mutter bei der Firma Kirby ergangen: Da wurden schlichtweg Adressdaten weiterverkauft, woraufhin die Konkurrenz mit aggressiven Angeboten um die Ecke kam. Es wurde damit geworben, den teuren Kirby-Staubsauger für einen überteuerten Dampfreiniger in Zahlung zu nehmen, bei dem man trotzdem noch einen Batzen Geld drauflegen musste. Man ist nie zu 100 % sicher, da es in Firmen immer Einzelpersonen geben kann, die Schindluder treiben. Und Datenlecks durch Softwarefehler sind ebenfalls nie völlig ausgeschlossen.
Meine Meinung zu alledem
KI ist und bleibt ein Werkzeug. Man kann sie für schlechte und für gute Taten verwenden – genau wie einen Hammer oder einen Schraubendreher. Durch sie lässt sich produktiver arbeiten, aber man kann mit ihr eben auch verdammt viel lernen. Sich vor der KI komplett zu verschließen, sorgt am Ende nur dafür, dass man irgendwann abgehängt wird, weil man die Chance verspielt hat, dieses Werkzeug zum eigenen Vorteil zu nutzen.
Es gibt keinen Grund dafür, dass jemand einen Computer zu Hause haben wollte.
Kenneth Harry „Ken“ Olsen, 1977
Und heute hat fast jeder einen Computer zu Hause stehen – und dazu zählen im Grunde auch die Smartphones. Deshalb ist es wichtig, sich nicht vor der Technik zu verschließen, sondern sie kennenzulernen, zu verstehen und sinnvoll für sich zu nutzen.

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