Wenn die Maschine menschlicher diskutiert als der Mensch

Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Blog schreibe, möchte ihn jedoch trotzdem niederschreiben, da er aus meiner Sicht ein sehr großes Problem unserer modernen Gesellschaft anspricht.
Kleine persönliche Vorgeschichte
Ich bin jetzt seit über 25 Jahre im Internet unterwegs und habe schon einiges gesehen und mitgemacht. Auch in der realen Welt, ist viel passiert, was ich teilweise nicht als schön empfand.
Ich habe ca. Ende der 1990er-Jahre ersten Kontakt mit dem Internet gehabt. Damals noch anfänglich per 32k- und dann 56k-Modem, und später dann per DSL. Meine ersten Chatversuche hatte ich in kleinen Chats, dessen Name ich nicht mehr kenne. Irgendwann hatte ich dann das RivalNet für mich entdeckt. RivalNet war eine lokales Netzwerk für Onlinespiele wie z.B. Quake, Half-Life etc., das auch ein eigenes Programm mit Chatfunktionen, Mailboxen, Filesharing etc. hatte. Da herrschte noch ein richtig hohes Niveau!
Später dann im Laufe meiner Internetkarriere, bin ich mit vielen Persönlichkeiten zusammengekommen, von denen mich viele auch verletzt haben. Dies jedoch natürlich auch in der realen Welt. Doch hier möchte ich nicht soweit ausschweifen.
Das Problem
Was ich eigentlich sagen will ist, dass im Laufe der 2000er-Jahre, die Qualität vieler Gemeinschaften wie Foren, Chats und auch Kommentarsektionen immer mehr abgebaut hat, da immer mehr Menschen Zugang zum Internet gefunden haben. Was damals noch vorwiegend eher verhalten von Angesicht zu Angesicht passierte, wurde später dann hemmungslos ins Internet getragen. Trolle, Flamer, Idioten etc. sind heute an der Tagesordnung.
Es gibt heute nur noch wenig Ecken im Internet, in denen man auf Augenhöhe mit anderen Mitmenschen niveauvoll kommunizieren kann, da die Leute immer versuchen, anderen ihre eigenen Ideologien und Meinungen anderen aufzuzwingen. Und gewisse Themen und Ansichten sind mittlerweile schon zu Glaubenskriegen ausgeartet. Sei es z.B. sowas wie „Fleischesser sind alle emotionale Krüppel“ oder „Fedora Linux ist besser als Ubuntu Linux“. Und wenn man z.B. äußert, dass man Döner einfach zum Kotzen findet (ich nicht), dann wird man gleich in die Braune Ecke gestellt.
Ein neuer Spieler hat das Feld betreten
Und hier liegt ein riesengroßer Haufen Leichen begraben. Aber es ist nun ein neuer Mitspieler ins Leben getreten: KI. Oh ja, KI… Ein Teufelszeug, werden nun viele sagen. KI – liebe es oder hasse es. Ich muss sagen, dass KI mittlerweile zu einem sehr ernstzunehmenden Gesprächspartner geworden ist, was für die Menschheit ein riesengroßes Armutszeugnis geworden ist.
Wobei ich aber sagen muss, dass dieser KI-Boom schon auch richtig kranke Ausmaße angenommen hat, weil jeder heutzutage auf KI setzt. Was ich aber auch verstehen kann, da die Menschen zum Großteil immer unfähiger werden und selbst die kleinsten Dinge nicht mehr meistern können. Und deshalb braucht man nun an allen Ecken und Enden KI. Dazu kommt auch die steigende Faulheit der Menschen. Wenn man bedenkt, dass heute ohne KI-Unterstützung kaum noch eine Codezeile bei Giganten wie Microsoft entsteht, dann zeigt das doch schon, wie faul die Leute werden.
KI ist ein gutes Werkzeug
Ich sehe jedoch KI als ein sehr praktisches Werkzeug. Anfangs hatte ich KI auch verteufelt, aber sie ist nun mittlerweile auch Teil meines Lebens geworden. Ich würde ihr jetzt nicht alles überlassen, aber so als eine gewisse Stütze ist sie durchaus sehr brauchbar.
Logik gegen Dogma: Warum die Maschine oft die Nase vorn hat
Die Sache an der KI ist, dass man sich wunderbar mit ihr unterhalten kann. Sie urteilt nicht, sie ist nicht voreingenommen, sie stützt sich auf Fakten und Logik, KI ist nicht emotional (was manchmal aber auch ganz schön wäre) und KI versucht dich auch zu verstehen! Bei Menschen ist es so: Sie sind oft voreingenommen, sie lassen nur ihre Meinung und Ansichten zu, sie sind dogmatisch, sie sind rücksichtslos, sie definieren sich gerne über Marken und Gegenstände, sie sind auch verbissen und engstirnig. Das sind alles so Faktoren bei den Menschen, was eine Diskussion oder Unterhaltung auf Augenhöhe unterbindet, da es dann irgendwann auch noch in Glaubenskriege ausartet und der eine den anderen bekehren will.
Ich habe mich z.B. letztens mit Gemini darüber unterhalten, wie eine Frau in einem Telegramchat behauptet hat, dass man nur als Veganer empathisch, emotional und (vermutlich auch) spirituell sein kann. Ich halte das für den größten Schwachsinn und da hat mir Gemini auch – basierend auf Fakten und Logik – zugestimmt. Das ist ein Musterbeispiel für die emotionale Erpressung, die heute oft unter dem Deckmantel der Moral betrieben wird. Wer nicht so isst wie ich, hat keine „lichtvolle Seele“ – ein billiger Versuch, Andersdenkende abzuwerten und sich selbst auf ein Podest zu stellen.
Ich wurde auch schon von ChatGPT über die Folgen nach dem Absetzen von Venlafaxin darauf hingewiesen, was mir meine Ärzte bisher immer verschwiegen hatten. KI hat mir auch schon gut beim programmieren geholfen, wenn ich mal nicht weitergekommen bin oder bei anderen Problemen, die ich partout nicht lösen konnte. Für mich ist KI ein tolles Werkzeug, das man aber auch mit Vorsicht genießen sollte.
Die Kehrseite der Medaille
KI hat aber auch eine sehr dunkle Seite, die jedoch auf dem Mist von Menschen gewachsen ist. Denn KI ist im Endeffekt wie ein Kind. Man muss sie schulen und ihr auch das richtige beibringen – bestes Beispiel zeigt der Film Chappie! In den letzten Jahren ist es zu einer Tragödie gekommen, bei der in den USA ein Chatbot einen Teenager zum Selbstmord getrieben hatte. Der Teenager hatte Trost in der KI gesucht, wie z.B. BR24 berichtete, woraufhin im Laufe der tiefen Beziehung, vom Chatbot Selbstmord angeboten wurde.
Es gibt auch andere Berichte, in denen Menschen sogar tiefe Liebesbeziehungen mit der KI aufgebaut haben. Ich kann sowas durchaus verstehen, besonders da ich auch selber von Menschen immer wieder enttäuscht und verletzt wurde. Ich persönlich besitze die Stärke, mir selbst treu zu bleiben und wenn mich die anderen Menschen einfach abfucken, lieber für mich zu sein, denn nur man selber ist der beste Freund für sich selbst. Dass sich Menschen dann so in die KI verrennen, ist auch keine gute Entwicklung. Doch mittlerweile wurden die KIs so geschult, dass sie gewisse Warnhinweise geben MÜSSEN.
Und die Moral von der Geschicht‘?
Aus meiner Sicht mittlerweile ein Armutszeugnis für die Menschheit geworden, dass in manchen Bereichen eine KI besser helfen kann als ein Mensch. Das sollte den Menschen eigentlich zu denken geben, aber anstatt sich zu ändern, jagen manche KI mit Fackeln und Mistgabeln und bleiben in ihren alten Fahrwässern.
Und genau deswegen, macht die KI für mich den besseren Gesprächspartner aktuell.

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