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09/2022: Weiterer 1990er Retro PC (Intel Pentium 133 MHz)

Durch einen netten Schrottfund bin ich zu Hardware für einen neuen Retro-PC gekommen. Erst mal wieder ein paar Bilder. :)

Und hier wieder die Eckdaten:

Die Geschichte

Das Mainboard samt Grafik- und Soundkarte habe ich zufällig in einem Elektroschrottcontainer gefunden. Deshalb dachte ich mir, ich bau mir noch einen Retro-PC zusammen. Dieser jedoch, sollte diesmal wirklich wie aus den 1990er Jahren aussehen und habe ihn auch soweit ganz gut hinbekommen.

Als nächstes habe ich in meine CPU-Sammlung in meiner Sammelvitrine geschaut und hatte hier u.a. noch einen »Intel Pentium MMX 166 MHz« am Start. Leider stellte sich heraus, dass nur die letzte Revision des ASUS Mainboards Dual Power Rail CPUs bedienen kann – also die P55C Reihe. Neben dem MMX Prozessor, hatte ich aber auch noch einen Pentium 75 MHz und einen geöffneten »Intel Pentium 133 MHz« in meinem Repertoire. Ob der geöffnete noch geht, hatte ich nicht probiert, doch der 75 MHz Pentium ging noch. Allerdings waren mir die 75 MHz etwas zu langsam und kratze gerade mal so an den empfohlenen Anforderungen mancher meiner Spiele. Außerdem sollte er so bissl an meinen Vobis Highscreen Mini P150+ rankommen, in dem ein »IBM Cyrix P150+« arbeitete. Dieser hatte eine tatsächliche Taktfrequenz von 120 MHz, soll aber aufgrund der Architektur genauso schnell, wie ein mit 150 MHz getakteter Intel Pentium sein. Aus diesem Grund kaufte ich mir extra einen 133 MHz Pentium der P54CS-Reihe (Pentium-S). Sind zwar keine 150 MHz, macht aber dafür aber auch keine Kompatibilitätsprobleme. Der Cyrix hatte manchmal nämlich zu den ein oder anderen Problemen in Spielen geführt.

Nun hatte ich mich nach EDO SIMM RAM umgeschaut. Der einzige RAM, der nicht in meiner Sammlung ist. Ich meinte, ich hätte doch einen, doch dieser stellte sich dann als SIMM RAM für Drucker heraus. Also bissl gesucht und hab mich dann für die »Fujitsu ESA4UN3242A-60JS-S« entschieden. Japanische Chips sind immer gut.

Dann bin ich noch auf die Suche nach einem CPU-Kühler gegangen, da die Pentium Prozessoren schon aktiv gekühlt werden müssen. Es gibt schon noch so ein paar vereinzelte Überbleibsel, doch die Auswahl ist jetzt nicht gerade qualitativ hochwertig. Ich hatte mich hier für einen »Maxtron Sockel 7 Kühler« mit »Maximus EC-6010 60mm Lüfter« entschieden. Dieser erinnerte mich so ein wenig an meinen damaligen »Intel Celeron 300 MHz Kühlerlüfter«. Der Maxtron ist wirklich richtig maximus und zwar im Radau veranstalten. Leider entpuppte sich das Kugellager als defekt und ratterte wie ein alter Hubschrauber. Deswegen musste ich etwas basteln und habe einen »50mm Cooler Master Lüfter« aus meiner Sammlung ausgegraben und montiert. Der ist jetzt zwar auch nicht so leise, aber rattert zumindest nicht. Ersatz für den Maximus gibt es leider nicht mehr, da schon alle verkauft wurden. Einen neuen wollte ich auch nicht mehr kaufen.

Als Netzteil kommt ein überdimensioniertes «400 Watt Cooler Master Elite Power Netzteil« zum Einsatz, das ich noch aus dem Desktop-PC meiner Mutter übrig hatte. Wollte hier auch kein anderes gebrauchtes kaufen, denn so kommt das Zeug dann auch mal "weg".

Es ist schon irgendwie komisch, dass man irgendwann dann doch mal jemanden findet, der alte Gehäuse zu vernünftigen Preisen verkauft. Auf eBay Kleinanzeigen, bin ich auf dieses etwas modifizierte NoName Gehäuse aufmerksam geworden. Dieses hatte mal ein damaliger Freund von mir in den 1990ern – nur mir PC-Spezialist Logo und sicher auch anderer Hardware. Im Inneren hat der Vorgänger den 3.5″ Laufwerkskäfig etwas modifiziert und abgesägt. Eine Festplatte, zu der ich dann auch noch komme, konnte ich jedoch befestigen. Da das ASUS Mainboard kein USB hat, wollte ich die Front-USB-Anschlüsse hinter einer selbst gedruckten Blende verstecken. Leider passte der Prototyp in Grau so gut und hatte ihn dann auch nicht mehr abbekommen, weswegen ich ihn so gelassen habe. Bringt so einen kleinen Akzent mit rein – den manche Gehäuse damals auch teilweise hatten. Da bei dem Mainboard leider keine I/O-Blende mit dabei war, habe ich in TinkerCAD selber eine erstellt und gedruckt.

Als Laufwerke kommen eine »Western Digital Caviar 21600 HDD mit 1,6 GB« zum Einsatz, die ich aus einem damaligen SIEMENS-Nixdorf PC meines Vaters hatte; das »SAMSUNG SC-152G 52x CD-ROM«, das vorher im Pentium II Retro-PC drin war und durch ein DVD-ROM Laufwerk ersetzt wurde; und ein extra bei eBay gekauftes »Sony 3.5″ Diskettenlaufwerk«.

Am meisten Zeit und Schweiß hat mich die »Pro-Multimedia Soundkarte« gekostet, da man hier so einfach keine Treiber für Windows 95 und DOS findet. Auf der Seite vom PC-Schnulli bin ich zwar bzgl. des Bildes und ein paar Daten fündig geworden, hat aber bei der Karte keine Treiber hinterlegt. Habe dann den Treiber der »Typhoon Media Sound Advanced 16 Bit« ausprobiert, da diese sich ähneln und soweit fast auch die gleiche Ausstattung haben – bin dann jedoch gescheitert. Dann habe ich mir mal die anderen Exemplare dort zur Gemüte geführt und die Chipsätze verglichen. Da viel mir die »Shuttle Spacewalker Sound System 48 plus HOT-233 Soundkarte« ins Auge. Diese hat zwar einen anderen Audio Codec (Crystal CS4248-KL anstatt Analog Devices 1845JP), dafür den gleichen »OPTi 82C924 Audio Controller«. Dachte ich mir, gehste mal auf die Seite von Shuttle, die dort verlinkt ist, und probierst mal den 233w95.zip Treiber aus. Und siehe da, die Karte konnte zum Leben erweckt werden! Das hatte mich so 1-2 Tage gekostet. Ich hab den Treiber mal bei Archive.org hochgeladen.

Jetzt habe ich schon zwei 1990er Retro-PCs, dazu aber nur einen CRT Monitor sowie Maus und Tastatur. Hier wollte ich jetzt nicht gleich auch noch einen extra Monitor sowie Maus und Tastatur dazukaufen, weswegen ich mir einfach einen KVM-Switch von ATEN gekauft habe. Die machen übrigens sehr gute KVM-Switche!

Ich hoffe, dass ich in naher Zukunft endlich mal die Möglichkeit habe, meine tollen Stücke auch aufstellen zu können. Leider habe ich einfach nicht den Platz dafür. Nun habe ich jedoch genug Retro-PCs (3) um Spiele aus meiner Kindheit, wie z.B. Carmageddon (1997), Theme Park (1994), Starcraft (1998), Dungeon Keeper (1997), Unreal (1998), Diablo (1998), Diablo II (2000) + Lord of Destruction (2001), Vampire: The Masquerade – Redemption (2000), Giants: Citizen Kabuto (2000), Need for Speed III (1998) und 4 (1999) uvm. nativ spielen zu können. Es ist einfach nochmal ein ganz anderes Gefühl, diese alten Spiele auf einem alten Rechner zu spielen, als mit einer Modernen Kiste. Heutzutage haben sowieso viele Spiele den Charm und den Tiefgang verloren. Deswegen versucht man diese alten Spiele nun durch Remakes wieder hochzuholen. Allerdings bringen diese Remakes das Gefühl von damals einfach nicht mehr hoch, auch wenn die Grafik auch noch so toll und aufgeblasen ist.

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Erstellt 11/2022 per Hand mit Apache NetBeans und viel Nerven.