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Disc Rot: Der schleichende Tod von CDs und DVDs

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Ich habe erst vom Thema „Disc Rot“ vor vielleicht ein paar Monaten gehört und gedacht, dass ich davon nicht betroffen bin, da sich meine CDs und DVDs haben immer super lesen lassen. Doch seit ca. 2 Wochen, wurde ich leider vor vollendete Tatsachen gestellt. Ich bin betroffen, wie jeder andere!

Was ist Disc Rot eigentlich?

Beim Disc Rot spricht man schlichtweg vom Zerfall oder eben das Verrotten eines optischen Mediums wie einer LaserDisc, CD oder DVD. Aber auch manche BluRays aus den Anfängen sind davon betroffen.

Dabei ist es z.B. im Falle von DVDs so, dass der Kleber, der die beiden Polycarbonatdiscs zusammenhält, entweder trüb wird oder anfängt sich zu lösen (Delamination). Bei DVDs ist das besonders kritisch, da die Datenschicht genau da liegt, wo die beiden Scheiben aufeinandergeklebt sind. Wird der Kleber nun trüb, weil er chemisch mit Sauerstoff oder anderen Stoffen reagiert, weil z.B. die Randversiegelung der DVD nicht sauber ist oder löst sich gar ab/auf, kann der Laser entweder die Spur nicht mehr halten oder findet schlichtweg die s.g. Pit und Lands nicht mehr (die Daten).

Hier am besten die Delamination zu sehen (ungleichmäßige Stellen).
Hier sieht man am besten kleine Wölkchenbildungen des Klebers.
Auf dieser DVD zeichnet sich eine art Krokodilsmuster ab (gerissene Spiegelschicht).

Bei Spiele- oder Musik-CDs ist dies jetzt nicht so tragisch, da die Datendichte, anders als bei der DVD, nicht so hoch ist. Allerdings ist hier eher die Verletzung der bedruckten Seite das Problem, da die Daten genau ein paar Schichten weiter unter dem Druck stecken. Deshalb sind Löcher (s.g. Pinholes, kleine Stecknadelgroße Löcher, die man besonders sieht, wenn man die CD gegen das Licht hält) oder andere Beschädigungen der bedruckten Seite ein größeres Problem. Allerdings sind auch CDs von Delamination bzw. Trübungen nicht gefeit.

Hier kann man am besten die Pinholes sehen.

Disc Rot kennt viele Facetten. Von Delamination, über Trübungen, bis hin zu Pinholes oder Oxidation der Reflektionsschicht (Golding, schwarze Stellen, Auflösung).

Wer ist vom Disc Rot betroffen?

Vorwiegend LaserDiscs, CD und DVDs, die ca. vor 2010 gefertigt wurden. Wobei es von Presswerk zu Presswerk, verwendeten Stoffen und dem Publisher selber abhängig ist. Es gibt durchaus auch Discs, die wie Panzer hergestellt wurden und über 20 Jahre halten und länger halten. Wobei die Discs noch gut aussehen können, aber im, Falle von DVDs sich trotzdem von den Schichten her verzogen haben und der Laser die Spuren nicht mehr ordentlich erfassen kann.

Besonders schlimm hat es u.a. Discs von Warner Brothers, MGM, OVA-Films und Kaze (heute Crunchyroll) erwischt. Gerade DVDs von OVA-Films und Kaze wurden teilweise billig hergestellt, bzw. im Falle von OVA-Films mit verschiedenen Stoffen herumexperimentiert (war halt alles noch Neu für sie damals).

Was kann man gegen Disc Rot machen?

Das ist das Problem: Nichts! Man kann Glück haben und auch nicht. Wichtig ist eine optimale Lagerung zwischen 20 und 25°C, bei einer relativen Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60%. Es sollten auf jeden Fall starke Temperaturschwankungen vermieden werden, sowie direkte Sonneneinstrahlung oder allgemein UV-Licht. Die allgemeine Lagertemperatur liegt zwischen -5°C und +30°C.

Das einzig sinnvolle was man tun kann, ist betroffene Discs digital zu sichern und/oder sie als BluRays nachzukaufen. Eigentlich wurde uns z.B. von der Umstellung von VHS auf DVD versprochen, dass die DVDs ewig halten würden, es kein Bandsalat mehr geben würde und und und. Und letztendlich faulen sie uns reihenweise weg!

Und wie sichere ich am besten meine Discs?

Im Falle von CDs und DVDs gibt es ein paar nützliche Tools, mit denen man eine Sicherung durchführen kann.

Unter Linux wären das u.a. gddrescue (ddrescue) und MakeMKV. ddrescue arbeitet auf Sektorebene und erstell von der DVD ein komplettes ISO und versucht Fehler so weit wie es geht einzugrenzen. Die Fehlerhaften Stellen werden dann mit Nullen gefüllt, was dann leider zu kleinen Bildaussetzern führt. MakeMKV eignet sich am besten, wenn sich die DVD nicht mehr auf Sektorebene gescheit sichern lässt und zu viele Fehler bzw. schlechte Sektoren ausspuckt. MakeMKV arbeitet auf Basis der VOB-Dateien und hat eine integrierte Fehlerkorrektur.

Bei ddrescue ist es wichtig die DVD vorher mal im VLC-Mediaplayer für ein paar Sekunden anzuspielen, damit die DVD entschlüsselt wird. Anschließend am besten die DVD z.B. mit umount /dev/sr0 aushängen, da man sonst mit sudo arbeiten muss und dann in einen beliebigen Ordner z.B. mit ddrescue -n -b 2048 -r3 /dev/sr0 DVD1.iso DVD1.map sichern. Das ist aber nur ein Beispiel. Im Manual gibt es die Erklärungen zu den Befehlen. Man kann auch wunderbar CDs mit ddrescue sichern.

Unter Windows ist IsoBuster ein mächtiges Tool. Aber generell kann man hier so gesehen jedes Tool nehmen, das ISOs erstellt. Aber auch MakeMKV kann unter Windows genutzt werden.

Es wird empfohlen die Datenträger dann optimalerweise auf ein NAS mit RAID 1 Verbund zu sichern oder auf einer externen Festplatte (keine SSD!) zu sichern. Allerdings muss hier beachtet werden, dass hier der s.g. Bit Rot zuschlagen kann, bei dem ein Bit von 10¹⁴ mal kippen kann. Deswegen ist es wichtig die Daten mindestens einmal im Jahr „auslesen“ zu lassen, sodass jedes Bit einmal neu von der Festplatte gelesen und ggf. von der Fehlerkorrektur korrigiert werden kann. Das machen die meisten Software-RAIDs automatisch.

Fazit

Vertraue nicht mehr uneingeschränkt auf Deine älteren DVDs. Mach im Falle X ein Backup davon oder ersetze sie soweit mit BluRays – zumindest die, die Dir wichtig sind.

In meinem Falle ist das teilweise schwierig mit dem Ersetzen geworden. Als Beispiel führt sich hier der Anime „Earth Girl Arjuna“ an. Dieser wurde damals von OVA-Films veröffentlicht, die jedoch 2012 pleitegegangen sind. Nun schlummern die Lizenzen in den Schüben der insolventen Firma. Und da die Lizenzrechte in Deutschland 70 Jahre beim Lizenzhalter haften bleiben, wird es auch schwer, hier die Lizenz wieder zu erwerben. Dazu kommt, dass viele japanische Publisher hohe Lizenzgebühren verlangen. Das resultiert dann dahin, dass keiner die Lizenz für einen „Nieschenanime“ mit recht prekärem Thema sich holen und den Anime neu auflegen will. Kulturgut verschwindet daher in der Versenkung. Das ist aber bei vielen Produktionen so – nur nicht bei Anime.

Gepostet am 13. März 2026 in Technikblog by Johannes
Schlagwörter: CD, ddrescue, Disc Rot, DVD, LaserDisc

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