Nostalgie pur: Mein Werdegang von der WYSIWYG-Webentwicklung zur reinen Quellcode-basierten Entwicklung

Heute ein neuer Blog in meiner Serie Nostalgie pur (hab ich mal entschlossen jetzt so zu nennen): Meine ganzen bisher benutzten Editoren zum Erstellen von Homepages.
Wie immer ward der Anfang
In meinen letzten beiden Blogs hatte ich so meine ersten Gehversuche beleuchtet und auch erzählt, welche Homepages ich bisher in meinem Leben so entwickelt habe.
Ich hatte damals mit Microsoft Windows 3.0 angefangen (lief damals anfänglich auf meinem Privileg 3x86er SX-20), bin dann irgendwann zu Windows 3.11 übergegangen, mit neueren PCs dann zu Windows 95, Windows 98 und u. a. auch Windows 2000. Gerade an Windows 2000, kam ich damals durch meinen Vater über SIEMENS ran – wie u. a. auch an Microsoft Office 2000. Und da war FrontPage 2000 (4.0) dabei! Mit FrontPage Express hatte ich glaube ich unter Windows 98 bereits rumgespielt. Aber die in meinem ersten Blog genannte Cheats 2000 Homepage war mit FrontPage 2000 erstellt.
Traumflechter
Dadurch, dass mein Vater bei SIEMENS die Möglichkeit hatte, an gewisse Software heranzukommen – die er scheinbar für seine Arbeit brauchte – kam er eben auch an Macromedia Dreamweaver (später Adobe Dreamweaver) heran. Hier nutzte ich auch eine ganze Weile den WYSIWYG-Editor und klopfte dort auch meine mit Flash und Fireworks erstellen Grafiken rein.
Ich kann mich leider nicht mehr so genau erinnern, ob es jetzt eine Empfehlung von jemanden war oder weil WYSIWYG-Editoren viel Müll in den Quellcode schrieben, aber irgendwann wechselte ich auf die Quellcode-Ansicht und fing von hier an, meinen Quellcode komplett per Hand zu schreiben.
Doch es entwickelte sich alles immer weiter und ich wollte natürlich auch immer das neuste Zeug haben. Vor allem auch, weil alte Versionen irgendwann unter neueren Windows-Versionen nicht mehr liefen oder andere Probleme verursachten bzw. Webstandards fehlten. Leider blieben mir neuste Versionen irgendwann verwehrt, da mein Vater nicht mehr an die neusten Versionen rankam. Also musste ich mir eine Alternative suchen.
Die Trennung vom Traumflechter
Unter Windows XP meine ich als Alternative als erstes UltraEdit auserkoren zu haben. Anfänglich gab es, wie bei WinRAR, so eine halbe „never ending trial“-Periode. Man bekam beim Starten zwar immer wieder einen Hinweis, dass die Testzeit abgelaufen sei und man doch bitte eine Lizenz kaufen möge, doch man konnte das Programm munter weiterverwenden. Bis der Hersteller eines Tages dem ganzen einen Riegel vorgeschoben hatte und eine Lizenzpflicht einführte. Von da an, musste ich mich schon wieder nach was neuem umtun.
Wolle nixe zahle
Ich hatte damals schlicht kein Geld, mir eine teure Software zu kaufen bzw. wollte es auch nicht. Deshalb suchte ich in der Open Source bzw. Freeware-Szene eine Alternative und stieß auf Webocton Scriptly. Das nutzte ich auch wieder eine ganze Weile unter Windows Vista und 7, bis ich irgendwann auf Windows 8.1 umgestiegen bin. Ab hier begannen die Probleme. Da das Programm 2008 eingestellt wurde, fehlten moderne Webstandards. Die Code-Komplettierungen waren somit veraltet. Außerdem gab es ein UTF-8-Codierungsproblem, was gerne dazu führte, dass Umlaute zerschossen wurden. Deswegen musste man immer umständlich HTML-Entitäten wie z. B. ä, ü, & etc. nutzen. Sonst hatte der Browser irgendein ein „Müftelpfrümpf“ angezeigt. 😉
Mittlerweile kann ich leider nicht mehr sagen, wie lange ich Webocton Scriptly verwendet hatte. Aber ich denke spätestens mit Windows 10 war Schluss. Es kann durchaus sein, dass ich im Anschluss versuchte, mich eine Weile mit KompoZer zu arrangieren, aber irgendwie sagte mir das Programm auf Dauer aufgrund fehlender Webstandards nicht zu. Kann auch sein, dass gewisse Komfortfunktionen fehlten. Also wieder mal auf die Suche gegangen!
Jedes Böhnchen gibt ein Tönchen
Auf meiner Suche stieß ich auf Apache NetBeans. Eine IDE die nicht nur Java oder C++ kann, sondern vor allem auch HTML5 und PHP! Dazu kommt, dass Apache NetBeans auch vollkommen kostenlos ist. NetBeans bietet viele Raffinessen, die ein Notepad++ oder KompoZer eben nicht kann. Allerdings kommt NetBeans auch nicht ganz an den Komfort und Funktionsumfang einer professionellen IDE, wie z. B. Jetbrains phpStorm, ran. Aber NetBeans lässt sich erweitern, was auch wieder ein Vorteil ist.
Privat bin ich schlichtweg nun bei NetBeans hängengeblieben. Ich hatte durchaus schon Visual Studio Code/VSCodium ausprobiert, doch viele der Erweiterungen sind schlichtweg veraltet – zumindest z. B. für Symfony. Doch auch wenn in NetBeans nicht alles 100% auf dem aktuellsten Stand ist, entwickelt es sich stetig weiter. Die Erweiterungen bei VSCode/VSCodium werden zum Großteil durch die Community gewartet und nicht regelmäßig aktualisiert. Bei NetBeans kommen die meisten Kern-Features für PHP und Webstandards direkt aus einem Guss von den Hauptentwicklern, sodass man nicht für jeden Handgriff auf Dritthersteller-Plugins angewiesen ist.
Da ich privat aber nur noch sehr selten code, verharre ich der Dinge und schaue was die Zukunft so bringt.

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