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Im Retro-Rausch

Veröffentlicht: 16.09.2020 | Letztes Update: 21.10.2022

Vor kurzem ist mir auf YouTube ein Video empfohlen worden, in dem der YouTuber LGR eine »3Dfx Voodoo Banshee« aus den 1990er Jahren vorgestellt hat. Ich war schon immer einer der Geeks, die gern immer mal in nostalgischen Gedanken schwelgt und an die schönen Zeiten von damals denkt.

Auf der Suche nach einem Retro-PC

Ein paar Retro-Videos später, hatte ich mich dann erst mal auf die Suche, nach einem Retro-PC, bei eBay gemacht. Problem bei eBay ist jedoch, dass besonders hier Geldgierige großen Reibach machen wollen und die alten PCs für horrende Preise anbieten. So bieten einige ihren alten Pentium III PC für z.B. satte 145 EUR an. Dabei haben diese PCs, wirtschaftlich gesehen, nur noch einen Wert eines obligatorischen Euros – wenn überhaupt. Deshalb legte ich die Idee, erst mal wieder eine Weile auf Eis.

Ich hatte allerdings noch teilweise die Hardware meines 3. eigenen PCs im Keller. Dabei handelte es sich um ein »MSI MS-6140 Slot-1 Mainboard», einen »Intel Celeron mit 300 MHz« (den ich jedoch durch einen Pentium II mit 350 MHz ausgetauscht habe), »256 MB SDRAM«, einer »ATI 3D Rage Pro Turbo OnBoard-Grafikkarte« inkl. 8 MB diskretem SDRAM, »Yamaha YMF740 Soundchip« und einer »3Dfx Voodoo2 Grafikbeschleunigerkarte«. All diese Komponenten (inkl. Floppy, CD-ROM und Festplatte natürlich) werkelten damals von 10/1998 bis 05/2000 in einem Vobis Highscreen Sky Tower-PC.

Da geht noch mehr!

Dieses Gespann hatte ich vor ca. 2 Jahren mal wieder ausgekramt und eingerichtet. Für kurze Zeit war es schon ein tolles Gefühl, mal wieder so in alte Gefilde wie u.a. Windows 98 SE einzutauschen – besonders in die 3Dfx-Gefilde. Doch leider konnte ich für dieses Gespann kein Retro-Gehäuse alleine auftreiben und habe wieder alles in meine Kiste gepackt.

Da dachte ich mir, ich frag mal beim Ex-Lebensgefährten meiner Mutter nach, der damals immer meine alten PCs genommen hat. Ich fragte ihn, ob er meinen alten 2. Eigenbau-PC noch hat und ihn noch braucht. Zu meinem Gunsten, kann er den alten PC nicht mehr gebrauchen, weshalb ich ihn mir von ihm wieder zurückgeholt hatte.

Die Anfänge von Case Modding und RGB-Beleuchtung

Mei, das waren wirklich noch Zeiten damals. So 2000 fingen schon langsam die Case Moddings an, bei denen man sein tristes PC-Gehäuse kreativ aufhübschte. Deswegen wurde 2002 sogar die DCMM gegründet, die sich heute sogar noch über großen Zuwachs freut. Auch international wird hier einiges geboten. Es wurden gewisse Systemprofil-Seiten gegründet, auf denen die Gamer und Modder ihren Rechenknecht vorstellen konnten.

Auch ich verfiel damals diesem Fieber. Wieso auch nicht? Schließlich sieht ein grauer Klotz im Zimmer nicht gerade schick aus. Damit man sich ein besseres Bild darüber machen kann, hier ein Foto von außen und innen:

2. Eigenbau-PC, aufgefrischt, von außen
2. Eigenbau-PC, aufgefrischt, von innen

Leider merkt man ihm sein Alter schon an. Ein paar Schrammen hier und da am Gehäuse, viel Staub im Inneren und die rechte obere blaue LED war defekt. Dazu kam auch noch, dass mein damaliges Kabelmanagement zwar besser als normal, jedoch schon sehr nach Kraut und Rüben aussah. Auf den Fotos habe ich das Gehäuse bereits von all dem Staub befreit, einige Folienschreiber-Notizen an manchen Stellen entfernt und die beiden oberen blauen LEDs ausgetauscht – so bekomme ich endlich mal mein LED-Restbestände weg :D.

Um mal einen Vergleich zu damals zu haben, hier zwei Bilder aus der Vergangenheit:

2. Eigenbau-PC 2003 von außen
2. Eigenbau-PC 2006 von innen

Ich weiß, mein Boden war 2003 ein Desaster – lange Geschichte. Aber wie man sieht, war die Kabelage bis 2006 auch ein Desaster – mein Verschulden. ;)

Vor- und Nachher

Viel hat sich zu damals nicht geändert. Theo hatte den PC zusätzlich von 512 MB auf 1 GB RAM aufgestockt. Zwar war der neue Speicher nicht von Infineon, wie die originalen 512 MB, aber immerhin von Samsung – zumindest die Speicherchips. Ist auf jeden Fall akzeptabel. Ich hingegen habe dem PC einen zusätzlichen 120 mm Lüfter mit blauer Beleuchtung von AeroCool (V12XT BlackLine Edition) in der Front und einen anderen anderen 80 mm Lüfter im Seitenteil spendiert (SilenX Ixtrema Pro IXP-54-14B Blue-LED). Abgesehen davon, habe ich noch die Creative Sound Blaster Live! Player 1024 Soundkarte gegen eine Creative Sound Blaster Live! 5.1 getauscht, da diese scheinbar nach der Saubermachaktion die Grätsche gemacht hat – vielleicht lag's auch am mülligen VIA Hyperion 4-in-1 v4.46 Chipsatztreiber. Ach ja und ich habe eine 250 GB HDD von Samsung noch zum Tausch der anderen beiden eingebaut.

So hatte ich ihn damals 11/2002 zusammengestellt und -gebaut:

Anbei noch ein paar Systeminfos mit CPU-Z und HWinfo ausgelesen (GPU-Z hat den PC leider immer zum Absturz gebracht):

Noch ein paar Hardware-Bilder

Und hier habe ich noch ein paar Bilder der nackten Hardware – ganz unzensiert und kostenfrei!

Enermax EG365AX-VE (G)FMA 350 Watt Netzteil
ASRock K7VT2 Mainboard
AMD Athlon XP 2200+ Prozessor
AOpen Aeolus Geforce4 Ti4200 64MB ohne Kühler
AOpen Aeolus Geforce4 Ti4200 64MB mit Kühler
Creative Sound Blaster Live! Player 1024
Creative EMU10K1 Soundchip

Zurück in die Zukunft

Nach der aufwändigen Komplettsäuberung, habe ich den PC erst mal wieder ins Regal gestellt. Leider fehlt mir momentan der Platz, damit ich ihn Dauerhaft aufstellen und mit ihm mal spielen kann – schade. Dabei sieht er richtig geschmackvoll aus!

Leider hat mit das Aufspielen und Einrichten von Windows XP die Leiden von damals wieder gezeigt. Da war ein Windows 7 oder 10 doch weitaus unkomplizierter und stabiler. Denn schon die Treiberinstallation hat so ihre Tücken gezeigt – selbst nach Aufspielen des Service Pack 3 und Winfuture-Updatepacks. Spielen klappte jedoch wunderbar, doch das Surfen im Internet, mangels aktueller Verschlüsselungstechniken und Zertifikaten, gestaltete sich äußerst schwierig. Viele Seiten unterstützen weder SSL noch TLS unter Version 1.1 nicht mehr.

Auf jeden Fall bekommt er später mal einen Ehrenplatz. Retro ist einfach klasse!

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Erstellt 11/2022 per Hand mit Apache NetBeans und viel Nerven.