3D-Druck

Ab ins 3D-Drucker-Reich!

Veröffentlicht: 09.11.2021 | Letztes Update: 18.10.2022

Seit Oktober bin ich Besitzer eines ELEGOO Neptune 2S FDM-Druckers. Gerade der günstige Preis von 183,84 EUR im Gegensatz zu 249 EUR für den beliebten Creality Ender 3, hat mich besonders angelacht. Gut, eigentlich hat mich der YouTuber mpoxDE dazu gebracht, da er den Neptune 2 als sehr guten Anfänger-Drucker angepriesen hat. Anfangs war das Drucken noch recht einfach, doch mittlerweile hat sich herausgestellt, dass der 3D-Druck schon eine halbe Wissenschaft für sich ist.

Aller Anfang ist… schwer?

Als erstes habe ich mir jede Menge YouTube-Videos über 3D-Druck inkl. Anfängerfehler etc. angeschaut. Vor allem habe ich auch alles so durchgeführt, wie es mpoxDE in dem oben verlinkten Video gezeigt hat.

Der erste Testdruck war aufgrund schlechten levelings nicht gerade toll. Ich musste schon nach kurzer Zeit den Druck unterbrechen, weil die Düse auf dem Druck gekratzt hat. Also nochmal alles neu gelevelt, wobei mir dann auch ein Lichtlein aufging.

Der zweite richtige Testdruck des Elegoo Buddhas sah dann so aus:

Die kleine Buddhabacke kann sich echt sehen lassen! Kein Stringing, keine Pickel, keine Blobs, alles in Buddha. ;D Das wurde mit dem mitgelieferten Filament von Elegoo gedruckt. Eigentlich war bis dahin durch die vorherige Recherche eigentlich alles relativ einfach. Da hatte ich schon Angst, dass ich mehr schief mache.

Level Up!

Als nächstes habe ich dann eine praktische Schublade für den Fuß des Druckers gedruckt, die dann doch schon etwas komplexer war. Der Druck dauerte mehrere Stunden. An sich war der Druck und die Druckqualität eigentlich recht gut. Allerdings stellte sich dann danach heraus, dass einige Maße, z.B. die der Imbus-Löcher und Schraubenschlüssel-Schlitze, nicht richtig gepasst haben und zu klein waren. Auch die Aussparungen für die Düsen war zu klein. Einzig die Aussparung für die Muffe hat gepasst. Und auch das reinschieben in den Fuß brachte Probleme, weil die Haltezapfen, die die Schublade im Fuß halten sollten, zu groß, weswegen ich sie ein wenig nachschleifen musste.

Das war aber nicht alles! Der fordere Behälter hat sich dann auch noch verzogen, worauf ich mir keinen Reim machen kann.

Ich meine, es muss jetzt nicht wundervoll aussehen, damit es einen Preis gewinnen kann. Aber es sollten wenigstens die Maße stimmen!

Gedruckt habe ich die Lade mit PLA 1,75 mm Filament der deutschen Firma Das Filament. Ich unterstütze gerne eigene Firmen, doch leider hat »Das Filament« kein so viele ausgefallene Farben, auf die ich später dann noch draufkomme.

Das erste Großprojekt

Nun kam das erste Großprojekt. Und zwar eine Lötrauchabsaugung. Diese habe ich mir klar auch bei Thingiverse geholt. Ich habe diesen Druck im einheitlichen Tonweiß gedruckt. Bei etwa 3,5 Tagen Druckzeit, hatte ich keinen Bock mehr, da noch extra einen andersfarbigen Knopf zu drucken. Allerdings habe ich da auch noch eine kleine Halterung für meinen dazugekauften BLTouch mitgedruckt - dazu später auch mehr.

Hier erst mal die Bilder:

Bild 1
Bild 2
Bild 3
Bild 4
Bild 5

Auf den ersten Blick sieht ja alles ganz gut aus. Aber auf den zweiten gibt's dann doch so ein paar Schönheitsfehler.

Was auch noch dazukam, waren die echt übel zu entfernenden Stützstrukturen, wobei ich mir 2 Risse zugezogen habe. Wäre vielleicht nicht passiert, wenn ich den Trichter nicht auf der Seite liegend gedruckt hätte. Allerdings hatte ich nur so die Möglichkeit, alles unterzubringen.

Irgendwas stimmt hier nicht!

Irgendwie war ich nicht ganz zufrieden mit der Z-Achse und dem Filamentdetektor.

Erst mal zum Filamentdetektor. dieser quietschte immer an der Eingangsmuffe, sobald sich das Filament schnell raus- und wieder reinzog (Retracting). Dazu kam, dass der Extruder-Steppermotor im Laufe der Druckzeit anfing zu Rattern.

Hier ein kleines Video, mit meiner Kartoffel-Kompaktkamera, die ich zu dem Zeitpunkt leider nur zur Hand hatte. :)

Das Quietschen hört man hier jetzt zwar nicht, aber dafür das Rattern. Das Quietschen kann man sich wie bei einer piepsenden Maus vorstellen.

Daraufhin habe ich mich dann mit ELEGOO in Verbindung gesetzt, dann dann auch schon eine gute Lösung dafür parat hatten. Und zwar diese Vorrichtung:

Da Quietscht zwar jetzt nicht mehr die Muffe, aber dafür ab und zu mal das Rädchen. xD

Dann hab ich noch ein anderes Problem, das ich irgendwie nicht hinbekomme. Elegoo meint, ich hätte die Schrauben falsch angezogen, was ich aber irgendwie nicht glauben mag. Und zwar ist die Z-Achse das Problem. Diese wackelt ziemlich, wenn ich dran rüttle. Aber dafür fährt die Z-Achse synchron auf beiden Seiten hoch und runter!

Ziehe ich jetzt rechts die Radschraube mehr an, dann fährt der Motorteil als erstes hoch sowie runter und dann erst die rechte Seite.

Deswegen ist wirklich die Frage, ob das so sein muss? Im Endeffekt ist das nicht wirklich dem Druck zuträglich, wenn die Z-Achse nicht synchron hoch und runter fährt. Wenn ich dann auf der linken Seite das Rad zu fest anziehe, dann wackelt zwar nichts mehr, aber dann kann es beim hochfahren vorkommen, dass die Achse auf der Gewindestange durchrutscht. Übrigens: Auf den Videos sieht man schon so ein paar Modifikationen, auf die ich dann auch noch zu Sprechen komme.

Fröhlich geht es erstmal weiter

Auf jeden Fall hab ich dann schon ein paar neue nette Drucke machen können. Als nächstes kam diese klevere Octopus dran, dessen Glieder schon im Vornhinein ineinandergedruckt werden. Nimmt man ihn dann vom Bett, klappern die Glieder gleich rum. Dann hab ich eine Wollschale für meine Mutter gedruckt, in die man wunderbar seine Strickwolle legen und einfädeln kann, ohne, dass sie dann dauernd irgendwie runterfliegt oder rumgeschubst werden muss.

Die Schale wurde zwar ganz gut gedruckt, doch schrappte die Düse immer mal auf dem bereits gedruckten rum. Vermutlich weil sich ich doch nicht richtig gelevelt hatte oder weil die Fahrt der des Kopfes einfach mist war. Denn die Düse schrappte immer dann auf dem Rand, wenn der Kopf schnell von der einen zur anderen Seite gefahren ist. Leider ist unten der Boden auch nicht optimal geworden, weil die Maße wieder mal nicht stimmten. Ich musste den Deckel lange bearbeiten, dass ich ihn wenigstens soweit reinbekommen habe.

Ich mache mir das Leben leichter

Wie ihr oben schon gesehen habt, hab ich irgendwann dann mal endlich meinen BLTouch angebaut. Das war auch so eine kleine Odyssee. Erst mal war das Kabel, das mitgeliefert wurde, viel zu kurz. Deshalb musste ich mir extra ein längeres von 1 Meter nachbestellen. Dann hatte ich nicht die passenden Schrauben parat. Ich habe jede Menge davon, nur nicht gerade die mit einem kleinen Kopf. Deshalb musste ich eine kleine Mulde in den Steg feilen, damit ich ich die Schrauben befestigen konnte.

Zu guter letzt kommt noch dazu, dass ich den BLTouch erst mal falsch montiert hatte. Dem Pack lagen u.a. zwei Federn bei, damit man den BLT optimal für sein Gerät von der Höhe anpassen kann. Auch hierfür habe ich mir YouTube-Tutorials angeschaut. Die waren aber auch alles mist und selbst die Anleitung von Elegoo hat keinen richtigen Aufschluss gegeben, ob Federn ja oder nein. Aber ich bin dann schon davon ausgegangen, nachdem auf dem PDF-Pamphlet keine Federn zusehen waren, dass man die auch nicht mit dranmacht. Also gut. Danach hat der BLT auch endlich gescheit gelevelt und die Drucke waren besser. Aber trotzdem kratzt die Düse am Bettrand, obwohl eigentlich optimal gelevelt wurde.

Ach ja: Hier habe ich mal einen kleinen Klebestreifen an den Stecker gemacht, da er beim Leveln und Bewegung des Kabels immer mal die Verbindung verliert und dann an einer Stelle nicht mehr reagiert. Somit drückt dann die Z-Achse gegen das Druckbett und rutscht durch. Da muss ich mal das selber gesleevte Kabel prüfen. Ansonsten muss ich Ersatz bestellen. Hoffe auf keinen Kabelbruch, sondern nur auf einen schlechten Sitz der Aderhülse im Stecker.

Es wird mysteriöser

Nach einer Weile bzw. vor ca. 1 Woche fing dann der Extruder an zu springen. Ich hab mir dann erst mal Rat einmal bei YouTubern und dann bei Elegoo geholt. Elegoo meinte, dass sei schlichtweg entweder eine verstopfte Düse oder zu feuchtes Filament. YouTube meint, es läge am Bowden Schlauch oder daran, dass die Düse das Filament nicht schnell genug verflüssigt.

Aus diesem Grund hab ich mal das komplette Hotend auseinander genommen und gereinigt. Vorher hatte ich dann schon mal zwei Düsen versaut. Ich hoffe, dass ich die wieder sauber bekomme, denn so oft waren die noch nicht in Gebrauch.

Anschließend habe ich dann den Drucker eine Weile ruhen lassen und auf mein schniekes Silk PLA Filament in Kupfer von Spectrum gewartet, um dann eine Figur zur Gegenüberstellung mit meinem in der Zwischenzeit gekauften ELEGOO Mars 2 Pro + ELEGOO Mercury Plus Washing & Curing Machine. Beides gab's im Angebotsset für 313,07 EUR.

Hier die Figur samt Problemen. Hier fingen die Probleme dann richtig an!

Jede Menge Pickel, Blobs, Stringing und beschissene Supporte, die sowohl einen Fußbruch, als auch einige Finger und Haare gekostet hat. Einzig die Brüste und der Hintern sahen einigermaßen schön aus. Die Vagina hat der Drucker einfach wegrationalisiert. Somit wurde sie zum Neutrum - mehr oder minder.

Verzweiflung stellt sich ein

Irgendwie stellte sich nun etwas Verzweiflung bei mir ein, denn vorher hatte ich ja das gesamte Hotend gereinigt und den Bowden-Schlauch bis Anschlag in das Hotend geschoben. Selbst die Muffe hielt den Bowden wunderbar an Ort und Stelle. Dann bin ich doch mal diesem Video gefolgt, das mir Das Filament für Druckprobleme von einem YouTuber empfohlen hat.

Dieser bietet eine Lösung des Problems an, dass sich aufgrund von leichtem Rückzug des Bowdens, durch schlechte Muffen, Filament zwischen Bowden und Düse sammelt und so den Filamentfluss blockiert. Deswegen habe ich mir extra einen Bowden-Schlauch von Capricorn bestellt, mit vorher noch die Distanzscheibe gedruckt und entsprechend alles präpariert.

Das Ergebnis sieht man hier:

Vorne sind wieder Pickel zu sehen. Hier habe ich die Blobs auch schon entfernt. Der Rücken sieht eigentlich ganz gut aus, hat aber bei ganz genauem Hinsehen ein paar kleine Schönheitsfehler in Form von winzigen Löchern, die vielleicht durch Lufteinschlüsse im Filament oder Overextruding entstanden sind. Man sieht am Rücken auch leichtes Ghosting, wobei der Druckkopf eigentlich recht gut fest ist.

Nun war ich wirklich ratlos

Trotz der vielen Maßnahmen, die Probleme zu beheben, entschloss ich mich Hilfe in einem deutschen Forum zu holen. Das ist i.d.R. immer meine letzte Wahl, wenn ich selber dann doch nicht mehr weiterkomme. Hier riet man mir, den dortigen angebotenen »Einstellfahrplan« durchzugehen und durchzuführen.

Dieser Einstellfahrplan zeigt, dass 3D-Drucken schon eine halbe Wissenschaft für sich ist - zumindest wenn es um (günstige) Modelle aus China geht. Hier wird einem gezeigt, dass alles mit der korrekten Einstellung im Slicer steht und fällt. Ansonsten gibt es nur Probleme. Das sind alles Dinge, die kein einziger YouTuber bis jetzt erwähnt hat! Selbst nicht die „Profis“, die das professionell und geschäftlich betreiben. Nun gut, letztere nutzen dann schließlich auch die hochpreisigen Profimodelle, bei denen sicher alles optimal aufeinander abgestimmt und möglicherweise auch im Slicer eingestellt ist - soweit die einen eigenen haben.

Ich rate jedoch davon ab, dort Hilfe in Forum von Forumbeiträgen zu holen, da man schnell – wenn man nicht alles schön in Watte packte und anschließend mit Rüschen und Schleifchen verziert – rausgeschmissen wird. Wehe zu wehrst dich und zeigst den Leuten ihre Fehler, dann bist du raus dort. Na ja egal, der Einstellfahrplan ist ja auch so zugänglich. Und Hilfe habe ich bis dato auch keine bekommen, sondern nur Arschtritte. Von daher nix verloren. Wie heißt es doch so schön? Selbst ist der kluge Mann! :)

Nun lernen wir was Neues!

Ich bin ja schon gerne einer der tüftelt und Technik lernt. Deshalb habe ich selbstverständlich angefangen, den Einstellfahrplan anzupacken. Im Moment warte ich auf mein spezielles Filament, damit ich den Heattower drucken und alles entsprechend einstellen kann. Bei dem speziellen Filament handelt es sich um ein Staubgraues, auf dem man Fehler besonders gut sehen kann. Und das geniale ist: Eines der beiden vorgestellten kommt aus Bayern und zwar aus Freilassing im schönen Berchtesgadener Land!

Jetzt warte ich mal ab, bis das Filament da ist und drucke mal den Heattower. Ich werde dann evtl. weiter berichten.

Update #1, 17.11.2021 - Der Heattower ist gedruckt

Vergangenen Sonntag habe ich nun den Heattower gedruckt. Und ehrlich gesagt: Da sieht man echt nicht viel Unterschied! Entweder ist das Filament zu gut und egal, mit welcher Temperatur man es druckt oder keine Ahnung. Auf jeden Fall gibt es bei den kälteren Temperaturen nur minimale Fehler.

Zu bewerten ist der Tower bzgl. der Temperatur von unten nach oben. Unten wurde mit 230°C angefangen und endet oben mit 185°C.

Am Abend habe ich dann auch noch die Kalibrierungswürfel gedruckt:

Links ist der mit 0,48 mm Linienbreite gedruckte Würfel und rechts der mit 0,40 mm. Nun muss man in 0,01mm Schritten zurückgehen und schauen, wann oben alles geschlossen ist und sich keine Lücken mehr zwischen den Bahnen befinden.

Update#2, 28.11.2021 - Kalibrierungswürfel und Missgeschick

Vor ein paar Tagen, habe ich die Perfektionierung des Kalibrierungswürfels mehr oder minder abgeschlossen. Es ist nicht einfach, mit dem Elegoo Neptune 2S einen 100% perfekten Würfel oder Druck allgemein zu erzielen. Sei es das Hotend, die Z-Achse oder die Kugellager. Irgendwas treibt da einen Keil rein.

Aber erst mal zu den Bildern:

Die oberste Schicht ist nun häufig geschlossen gewesen, wobei es beim ein oder anderen Druck rechts oben immer mal noch zu kleinen Aufbrüchen gekommen ist. Diese konnte man aber nur mit der Lupe gescheit erkennen. Der Elefantenfuß an der ersten Schicht ist nun weitestgehend weg und bildet mit der oberen Schicht fast eine Gerade.

Trotz dessen ich an den Grenzwerten dieses „Einstellfahrplans“ zum Schluss gedruckt hatte, war der Würfel dennoch nicht 100% perfekt. Da ist dann eben die Frage, ob der Neptune 2S als Ender 3 Klon überhaupt perfekt kann? Schließlich handelt es sich hier nur um einen relativ gut gemachten Abklatsch des Ender 3.

Nun kommen wir zum Missgeschick. Gestern hatte ich den Druck des 50x50x10 Quarders und der Pyramide dieses Einstellfahrplans abgeschlossen. Quarder zum Schluss ganz gut, Pyramide ging auch einigermaßen, mit etwas Stringing. Anschließend wollte ich endlich anfangen, die Seifenhalter aus dem kupferfarbenen Filament, für meine Mutter zu drucken.

Anfänglich hatte ich mit den "tollen" Einstellungen Haftungsprobleme. Egal ob Brim oder Skirt, keine der Bahnen hat so wirklich gehaftet und sich gleich im Anschluss verschoben/verzogen. Da war es auch egal, ob ich jetzt mit fast 240°C Maximaltemperatur oder größerer Linienbreite (Line Width) druckte. Selbst die Verstellung des Flusses (Flow) brachte nichts und auch keine Reinigung des Druckbetts. Selbst mehrmaliges Leveln brachte nichts.

Bevor ich den letzten Versuch mit diesem mistigen Filament von Spectrum machen konnte, gab es erst mal Abendessen. Vorher hatte ich noch schnell einen Guide durchgelesen, bei dem man die Initial Layer Height auf 0,25mm und den Initial Layer Flow auf 120 mm/s für eine bessere Haftung setzen kann. Das hatte ich dann in Cura so gemacht, den Druck auf die SD-Karte geschoben und dann den Drucker erst mal so ruhen lassen.

Als ich dann vom Essen kam, wollte ich das Druckbett vorsorglich nochmal Leveln. Der Druckkopf fuhr dann wie immer in die Druckbettmitte um erst mal die Höhe anzugleichen. Der BL-Touch fuhr daher den Messstab aus, schaltete von Rot auf Blau und der Druckkopf senkte sich zum Druckbett. Doch anstatt, dass der Messstab bei Kontakt reinschnalzt, um den Druckkopf anzuhalten, druckte der Druckkopf gegen das Druckbett und die Z-Achse sprang dauernd. Wie ich oben schon erwähnt hatte, machte der BL_Touch oder das Kabel immer wieder Zicken in der Richtung und verhinderte eben diesen Stopp-Mechanismus. Deshalb zog ich diesmal den Stecker des Z-Schrittmotors, anstatt den Drucker wieder über den Hauptschalter auszuschalten. Dabei wackelte ich leicht am Kabel und Stecker, um zu prüfen, was von beiden den Wackelkontakt verursacht. Auf einmal gibt es einen Knall, das Display des Druckers wurde dunkel und es kam Qualm aus dem Mainboardgehäuse.

Ich war eh schon gefrustet von diesem scheiß Filament aus Polen und dann zerschießt mir der BL-Touch auch noch die Hauptplatine! Dabei lief die Angelegenheit eine ganze Weile wunderbar und angeschlossen war auch alles ordnungsgemäß.

Hier ein Bild des Schadens:

Es handelt sich hierbei um einen »MPS MP1584EN 3A, 1.5MHz, 28V Step-Down Spannungswandler«. Dieser sorgt dafür, entsprechende höhere Gleichspannungen in niedrigere Gleichspannungen runterzuregeln.

Ich hab dann erst mal den eBay-Verkäufer angeschrieben und ihm die Sache erklärt und natürlich gesagt, dass der BL_Touch mein Board zerschossen hat. Schließlich war alles ordnungsgemäß angeschlossen. Nun bin ich auf seine Antwort gespannt, wie wir da nun weiter verfahren werden. Normalerweise dürfte ein ordnungsgemäß angeschlossenes Bauteil, durch das bloße leichte Rütteln am Kabel oder Stecker, keinen Kurzschluss auf der Hauptplatine auslösen. Wobei da schon auch die Frage aufkommt, ob hier wirklich der BL-Touch der Auslöser war oder es sich nicht eventuell um einen Bauteilfehler des MP1584EN handelt? Auf jeden Fall habe ich parallel auch noch ELEGOO angeschrieben und erwarte da auch noch diese Woche eine Antwort.

Nebenbei habe ich dann auch noch nach Ersatzteilen auf den einschlägigen Plattformen geschaut. Weder 3DJake, noch eBay und sogar Aliexpress konnten mir das »ZNP Robin Nano V1.3« ausspucken. Nach etwas Recherche habe ich herausgefunden, dass es sich bei dem »ZNP Robin Nano« um einen Abklatsch des MKS Robin Nano handelt. Geilo, wieder so ein Chinaschrott, der in keinster Ersatzteilweise irgendwie vorhanden ist. Selbst ausgiebiges Recherchieren ergab keinen genauen Hersteller des Boards. Allerdings gibt es auf Aliexpress einige Produkte von ZNP. Hier kann man Informationen zum Anbieter finden. Und dabei kam heraus, dass es sich um die »Shenzhen HENGLI Semiconductor Co. Ltd.« handelt. Eine genaue Internetseite des Herstellers zu finden: Zwecklos.

Ich bin mal gespannt, was ELEGOO mir sagen kann und wie die Verfügbarkeit der Ersatzboards ist. Sollten sie nicht zu teuer sein, lasse ich mir eins auf Vorrat mitschicken. Wenn ich mir allerdings so ansehe, wie so die Lieferzeiten des MPS Spannungswandlers sind, kann ich nur hoffen, dass genug Mainboards auf Lager sind!

Auf jeden Fall habe ich mir heute noch bei 3DJake einen Creality Ender 3 V2 für 209 EUR (anstatt 299 EUR) geordert. Irgendwie frustet das auch, dass es massig Erweiterungen und Zubehör sowie Ersatzteile für den Ender 3 gibt, aber nichts für den Elegoo Neptune 2(S). Leider habe ich zu spät durch einen Arbeitskollegen erfahren, dass allgemein die Gemeinschaft beim Ender 3 viel größer und der Drucker an sich viel beliebter ist. Abgesehen davon nutzt der Ender 3 auch das "originale" Board von Makerbase (MKS).

Ach ja und was ich noch nicht erwähnt habe: Während er ganzen Kalibrierungsphase, habe ich auch noch meine Extrusionsrate kalibriert. Das darf ich dann auch wieder mühsam mit dem neuen Board und dem neuen Ender 3 machen.

Ich werde weiter berichten - über den Ender 3 aber in einem neuen Artikel.

Update #3, 19.12.2021 - Eine neue Erkenntnis

Ich habe jetzt am Wochenende versucht ein Gehäuse für meinen Raspberry Pi 3 B+ zu drucken, den ich dann fest an meinen Ender 3 V2 als OctoPi bauen möchte. Egal wie ich die Hülle druckte, sie war immer um ein paar Millimeter zu schief – also quasi asymmetrisch.

Des Spaßes halber, habe ich dann wieder angefangen die 50x50 Quader zu drucken und kam zu einer großen Erkenntnis! Jeder Quader, den ich bis jetzt auf dem Neptune 2S gedruckt hatte, war im Endeffekt ein leichtes Parallelogramm! Während die eine Ecke/Seite einen Winkel von 89° hat, hat die andere so um die 92°. Doch warum? Ich habe dann viel rumprobiert, indem ich den Fluss angepasst habe, die Druckgeschwindigkeit, habe mir die Abstände des Druckbetts zu den Z-Achsstreben gemessen (in Toleranz), hatte vor einiger Zeit auch das Gerüst neu austangiert und irgendwie hat alles nicht gebracht.

Dann kam es mir erst in den Sinn, dass der Drucker schon von vornherein immer schief gedruckt hat, was erklären würde, wieso die X-Strebe auf der einen Seite in die Nut gepasst hat. Und es würde auch erklären, wieso der Werkzeugeinschub für den Neptune 2S teilweise schief geworden ist. Irgendwas stimmt gewaltig nicht mit dem Drucker und ich bekomm’s einfach nicht hin!

Blick von oben
Rechte Basis-Strebe
Linke Basis-Strebe

Ich habe mir dann mal den Spaß gemacht und von den Z-Achsen-Streben zum Basis-Streben-Ende gemessen. Rechts sind es ca. 12,9 cm Abstand und links sind es satte 13,5 cm. Das macht einen Unterschied von 5-6 cm, der sich klar am Druckbild zeigt. Hab dann auch mal von oben auf den Drucker geschaut und gesehen, dass die Z-Achse nicht gerade ist. Anschließend habe ich dann nochmal alle Schrauben gelockert, um zu schauen, ob ich den Unterschied ausgleichen kann. Unmöglich! Ist nicht auszugleichen. Man müsste neue Löcher bohren.

Ich habe ELEGOO mal wieder eine Mail geschrieben und bin gespannt, was sie dazu sagen.

Update #4, 21.12.2021 - Mea culpa

Diesmal geht der Fehler des schiefen Druckers auf meine eigene "Blödheit". Nachts im Bett vor dem Einschlafen kam mir die Eingebung, ich solle mir doch mal die Verschraubung der Z-Strebe an der Basisstrebe nochmal genauer anschauen. Vielleicht ist da was falsch verschraubt.

Und tatsächlich! Ich habe versehentlich die Schrauben nicht in die entsprechenden Löcher der Z-Strebe geschraubt, sondern in die Nuten. Ich hatte mich schon immer gewundert, wieso die Schraube da immer durchdrehen. Gestern Abend hab ich sie dann in die richtigen Löcher geschraubt und nun ist alles gerade! :) Aber gut, ich war zu dem Zeitpunkt des Zusammenbaus ja auch noch Anfänger.

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Erstellt 11/2022 per Hand mit Apache NetBeans und viel Nerven.