Bloß weg von Alexa!

Amazon Alexa, Google Assistant, Apple Siri und Co. – Alles Sprachassistenten, die sämtliches Gesprochene in die Cloud der Hersteller schicken und dort analysiert werden. Amazon beteuert, dass sie sich an unsere Datenschutzgesetze halten und auch Google und Apple sind da mit dabei. Nur, was wenn es wirklich nur offiziell so heißt und im Hintergrund dann doch durch die Hände Dritter geht? Ich vertraue keinem Großkonzern mehr!

Traue niemandem!

Klingt vielleicht paranoid, aber was wäre, wenn diese Großkonzerne wirklich vordergründig sagen, dass sie sich an unsere Gesetze halten und im Hintergrund unsere Gerichte und Gesetzgeber schmieren? Ich denke gerade in der heutigen Zeit, ist sowas sehr denkbar. Erst jüngst hat DuckDuckGo gezeigt, dass diese Suchmaschine mit der CIA unter einer Decke steckt und auch Google ist nicht ganz ohne in der Richtung ist. Auch hat sich schon in manchen Szenarien in den USA gezeigt, dass sich Amazons Alexa selbständig macht oder für Schabernack missbraucht werden kann. Klar, manches könnte auch getürkt sein, aber heutzutage ist ja bekanntlich alles möglich. Diese kleine Doku hier zeigt gut, was die ganzen Sprachassistenten so mithören und machen.

Töne die uns krankmachen

Man könnte die „Verschwörungstheorien“ ja auch noch weiterspinnen. Was wäre wenn Amazon, Google und Co. (nachts) irgendwann anfangen irgendwelche Frequenzen abzuspielen, die uns beeinflussen? Infraschall ist hier das Stichwort. Manche hören ihn, manche nicht und man kann ihn durchaus im Körper spüren. Es gibt u.a. die s.g. „Angstfrequenz“, die bei 18.9 Hz liegt. Diese verursacht u.a. Halluzinationen, Kopfschmerzen, Angst usw. Dieser kleine Bericht hier zeigt, dass Infraschall krank macht und an manchen Stellen sogar Windkrafträder mit involviert sind.

Klar ist jedoch, dass die entsprechenden Lautsprecher bzw. Subwoofer diese extrem tiefen Töne auch abspielen können. Sehr viele Subwoofer machen bei 30-35 Hz einen Schnitt. Man muss also die Verstärker- bzw. Filterschaltung modifizieren, damit solch niedrige Frequenzen vom Subwoofer wiedergegeben werden.

Home Assistant

Und genau aus diesen Gründen, entferne ich mich von allen Großkonzern-Sprachassistenten! Problem ist nur, dass es hier keine fertigen Lösungen gibt und wenn (im Falle von MyCroft), dann erst ab September 2022 lieferbar sind. Wenn man denn das Glück hat und sich in der aktuellen Zeit einen IoT-Computer ergattern konnte, kann man sich hier einen eigenen Heimassistenten inkl. Sprachassistenz zusammenklöppeln. Allerdings braucht man hier durchaus Erfahrung mit Linux und diesen kleinen Computern.

In meinem Fall, konnte ich noch einen der noch wenigen Verfügbaren ODROID N2+ mit 4 GB RAM bei reichelt.de ergattern. Hierzu muss noch ein kleiner MMC-Speicherstick gekauft werden, damit man auf diesem das »HassOS« von Home Assistant installieren kann. Für mich als Spezi eine relativ einfache Angelegenheit. Allerdings bietet der Hersteller auch eine Anleitung, die jedoch leider nur in Englisch vorhanden ist.

Wie ein Rohbau

Die Einrichtung gestaltet sich auch sehr einfach. So, als würde man ein Smartphone einrichten. Doch wer denkt, dass er nun mit z.B. einem angeschlossenen USB Konferenzlautsprecher inkl. Mikrofonen (in meinem Fall der Sandberg USB Speakerphone Pro) losquasseln kann und gewohnte Alexa oder Google Kost hat, der wird leider bitter enttäuscht. Zwar erkennt der Home Assistant schon von Haus aus jede Menge Integrationen im Heimnetz, dennoch muss ein Sprachassistent extra über den AddOns Store installiert werden.

Lost in Translation

Hier gibt es momentan zwei Sprachassistenten zur Auswahl. Einmal »Hey, Ada!«, die momentan noch auf 64-bit Systemen abstürzt und Genie. Beides sind kostenlose Dienste. Ada wurde vom Home Assistant Team selbst entwickelt und Genie u.a. von der Stanford University.

In beiden Fällen gibt es einen sehr großen Wermutstropfen: Sie sprechen beide momentan nur Englisch! Wer also der Englischen Sprache nicht mächtig ist, wird hier durchaus Probleme haben. Was aber auch Probleme bereiten könnte, ist das Verständnis des Sprachassistenten. So wie es aussieht, sind die Mikrofone vom Sandberg Konferenzlautsprecher so unempfindlich wie Granit. Man muss Genie schon manchmal anbrüllen, ganz langsam und deutlich sprechen oder seinen Akzent ändern, damit man gescheit verstanden wird. Und versteht Genie dann nur Bratkartoffeln, schweigt er oder sagt einem, dass das nicht nett gewesen sei. Dazu kommt noch, dass er mehr versehentlich ausgelöst wird als Alexa. Man braucht nur Musik abspielen und er versteht irgendwas darin. Selbst bei Klassik! Aber er merkt dann schnell, dass er sich nur verhört hat und ignoriert den Auslöser.

Nachbesserungsbedarf

Deshalb habe ich mir nun ein anderes Mikrofon bestellt und hoffe, dass Genie mich mit diesem besser versteht. Das SPC Gear SM950T Streaming USB Mikrofon ist, wie der Name schon sagt, eigentlich für Streamer gedacht. Da ich jedoch vor kurzem auf der Suche nach einem neuen Mikrofon war und dieses bei ALTERNATE.de für 39,90 EUR anstatt 69,99 EUR kurzweilig angeboten wurde, musste ich zuschlagen.

Allerdings gibt es seitens der Sprachassistenten noch jede Menge Nachbesserungsbedarf. Dies gilt vor allem auch für den Service, denn auf meine Meldung im Forum des Herstellers, hat sich bis heute noch niemand dazu geäußert. Ich werde auf jeden Fall berichten, wie sich das neue Mikrofon etabliert.


Update 02.06.2022

Habe nun seit ca. 2 Tagen das SPC Gear SM950T Streaming USB Mikrofon in Gebrauch. Funktioniert wunderbar! Anfangs dachte ich, es sei noch schlimmer als beim chinesischen Sandberg, weil ich noch mehr ins Mikro plärren musste. Ich hatte allerdings vergessen, die Lautstärke des Mikrofons auf 100% zu stellen. 🙂

Die Missverständnisse sind jedoch nach wie vor präsent. Es kann sogar vorkommen, dass Genie bei leisen Hintergrundgeräuschen einfach auslöst. Aber vielleicht versucht auch nur ein Verstorbener mit mir zu kommunizieren? 😉


Update 08.06.2022

So wie es aussieht, hat auch Home Assistant und dessen Addons Ersteller eine große Schattenseite. Es mangelt sehr an Service und Support! Wie ich oben schon geschrieben hatte, hat sich bis jetzt immer noch niemand zu dem Thema geäußert. Nun habe ich seit 2 Tagen das Problem, dass das Zertifikat von Genie oder Almond abgelaufen ist und es keine manuelle Möglichkeit gibt, dieses Zertifikat zu erneuern – zumindest bis jetzt nichts gefunden. Egal ob man ins Forum oder in den Discord Chat schreibt, keiner fühlt sich hier mal dazu bemüht, etwas in der Richtung zu sagen. Man fühlt sich sehr allein gelassen. Und ich bin nicht alleine mit dem Problem.

Dazu kommt, dass selbst beim Hey, Ada! Sprachassistenten keinen interessiert, dass der Prozess nach dem Starten gleich wieder abgeschossen wird. Somit liegen nun 2 von 2 Sprachassistenten brach. Alternativen? Gibt es leider nicht. Außer man installiert ein nacktes Linux und installiert hier Home Assistant und Mycroft gleichzeitig. Macht aber wiederum ziemlich viel Arbeit.

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