Display Port: Ein Sorgenkind?

Bis zu diesem Zeitpunkt, habe ich den Display Port meines ASUS VG248QE 24″ TFT-Monitors ca. 16 Monate genutzt, bis er vor ein paar Tagen urplötzlich den Geist aufgegeben hat. Aber ich bin nicht alleine mit diesem Problem!

Kleine Vorgeschichte

Ich besitze meinen Monitor nun seit ca. 2014 und war bisher immer mittels DVI-D an meinen Grafikkarten angestöpselt. Erst mal dachte ich, gehst’e mit der Zeit und steigst auf HDMI um, denn da hatte ich noch Kabel da. Da hatte ich jedoch gemerkt, dass HDMI kein 144 Hz kann, was bei Spielen das Zerreißen des Bildes (Tearing) ohne aktivierte vertikale Bildschirmsynchronisation (V-Sync) zu 99% unterbindet. Abgesehen davon, ist der Bildablauf auch viel flüssiger, u.a. auch im Desktop-Betrieb. Dann habe ich mir gedacht, bleibst’e halt erst mal bei DVI.

Als ich mir dann aber im März 2020 meine tolle ASUS GeForce RTX 2070 DUAL EVO-V2 8GB und im Monat darauf einen komplett neuen Untersatz gekauft habe, dachte ich mir, ich steig‘ jetzt mal auf DisplayPort um. Der Spaß hielt aber nicht lange an.

Die Hiobsbotschaft

Am 22.07.2021 ist dann der DP meines Monitors gestorben. An dem Tag war ich gerade in der Arbeit und wollte nebenbei per Fernwartung auf meinem PC in Tellico meine Musik-CDs einpflegen. Das ging am Anfang noch ganz gut, doch dann musste ich für eine Weile das erst mal beiseite legen, da ich Kundschaft helfen musste. Ich weiß jetzt nicht ob das nun 2 Stunden waren oder nicht, weil mein PC nach 2 Stunden in den Standby wechselt. Aber als ich dann wieder Luft hatte und was machen wollte, hatte ich nur einen schwarzen Bildschirm gesehen.

Ich dachte erst mal: „Toll, jetzt hat sich die Gnome Shell schon wieder aufgehängt.“ Das tut sie nämlich ab und zu gerne mal. Man weiß aber auch seitens Cannonical nicht, wo das Problem da liegt bei mir. Passiert z.B. gerne mal, wenn ein Programm über die KDE Api läuft oder mittels Flatpak ausgeführt wird. Vielleicht ist es aber auch eine Kombi mit dem Nvidia-Treiber. Wer weiß… Auf jeden Fall bat ich dann meine Mutter aus der Ferne mir zu assistieren und Linux über die SysReq-Variante (»REISUB«) sicher neuzustarten.

Hat aber alles nichts gebracht. Sie meldete immer, dass der Monitor kein Signal mehr bekommt. Da dachte ich mir erst mal: „Gab’s zwischenzeitlich ein Update, dass Linux verhauen hat oder so?!“ Komisch war, dass sich der PC trotzdem in AnyDesk angemeldet hat und man auch den Mauszeiger steuern konnte. Allerdings war das Bild sonst schwarz.

Diagnose

Wenige Stunden später zu Hause angekommen, ging ich erst mal auf Fehlersuche. Ich habe den PC neugestartet, am Kabel bissl rumgewackelt usw. Dann dachte ich erst mal, dass es das DP-Kabel von Syncwire ist und habe dies schon mal für eine Retoure abgeklemmt. Dann kam mir die Idee, dass ich ja noch ein DP-Kabel zum Testen im Keller habe, das bei meinem Monitor fürs Home Office dabei war. Getestet -> Nix, Patient tot. Dann ging ich vom Schlimmsten aus und dachte: „Na klasse! Letztes Jahr eine 490 EUR teure Grafikkarte gekauft und nun ist schon der DisplayPort kaputt.“

Also erst mal ASUS angeschrieben und den Fall geschildert. ASUS sagt, in den erst 24 Monaten muss der Händler haften. Also ALTERNATE eine Mail geschrieben. Die haben auch prompt geantwortet, eine RMA angelegt und mir einen Retourenschein geschickt. Am Freitagabend habe ich dann die RTX 2070 ausgebaut und wollte die OnBoard-Grafik meiner Intel CPU nutzen. Doch die scheint keine zu haben, weswegen der Bildschirm schwarz blieb. Dann eine alte XFX R7700 Double-D Black Edition von meinem alten HTPC aus dem Keller geholt, die einen DisplayPort hat.

Falscher Verdacht

Zu meiner Verwunderung blieb der Monitor auch hier mittels DisplayPort schwarz. Ich dachte mir, dass das doch nicht sein kann, dass bei beiden Grafikkarten der DisplayPort defekt ist?! Also dann nochmal den PC ausgeschaltet und den Home Office Monitor angeschlossen – gut, dass der da ist. Tada! Ein Bild ist da! „Verdammt!“, dachte ich mir, „Jetzt hab ich ALTERNATE umsonst Arbeit gemacht und hurra, die RTX 2070 ist doch nicht kaputt!“

Also Radeon wieder raus und die RTX wieder rein. Leider aber erst mal via HDMI verbunden, weil ich alle meine DVI-Kabel verschenkt habe. Nun musste ich mir wieder mal ein neues Kabel kaufen.

Kein Einzelfall

Als ich noch bei Electrolux im IT-Support und -Procurement gearbeitet habe, sind mir einige DELL 24″ Monitore (vorwiegend U2414H) untergekommen, deren DisplayPort die Biege gemacht hat. Entweder nutzt DELL das gleiche DisplayPort-Modul wie ASUS oder umgekehrt, oder es ist ein Problem der DisplayPort-Spezifikation. Denn wenn man das Internet nach »displayport defekt« durchsucht, erhält man ca. 370.000 Ergebnisse (roh). Klar ist HDMI auch sehr anfällig und auch DVI kann rumzicken. Jedoch kann ich in meiner ganzen IT-Karriere sagen, dass bisher kein VGA-, DVI- oder HDMI-Port die Beine raufgezogen hat. DisplayPort ist bis jetzt der erste Monitoranschluss – vielleicht mit Ausnahme von meinem ATARI 1040 STFM DIN-Monitoranschluss -, der in meinem Beisein das Zeitliche gesegnet hat. Wenn, dann sind immer die Kabel das oberste Übel gewesen.

Nachwirkungen

Doch manchmal könnte man sich auch in den Hintern beißen. Jetzt, nachdem ich mein neues Kabel bekommen und solche Umstände gemacht und bereitet habe, habe ich eine Notlösung gefunden, bei der man einfach den Stromstecker für ein paar Sekunden vom Monitor zieht, bis sämtliche Restenergie „vernichtet“ ist und dann wieder reinsteckt. Ist aber für mich keine Dauerlösung, denn angesichts dessen, dass der Monitor schon ab und zu kurzweilig ein schwarzes Bild geliefert hat und auch manchmal komplett einfror, ist Konservativismus doch hin und wieder ganz gut. Nicht umsonst heißt es: „Ändere nie ein funktionierendes System!“ Also zurück zu DVI!

Aber so wie das aussieht, scheint man solch Problematiken noch nicht wirklich in den Griff bekommen zu haben. Ich finde u.a. auf YouTube einige Videos zu diesem Thema, die so 2019/2020 gedreht wurden. Laut Aussagen mancher sei die DisplayPort-Spezifikation sehr komplex, was sie in meinen Augen auch sehr fehleranfällig macht. Schon alleine die Möglichkeit über 1 DisplayPort-Kabel mehrere Monitore anschließend zu können und dann auch noch simultan und mehreren Streams Audio und Video übertragen zu können, macht ihn schon alleine zu einem Sorgenkind. HDMI kann so was auch, weswegen es auch hier teilweise große Probleme gibt. Zumal HDMI auch Netzwerksignale mit übertragen kann. Da lobt man doch den „dummen“ DVI-Anschluss, da er nur Bilder übertragen kann.

Abschluss

Ändere nie ein funktionierendes System, außer du bist dazu gezwungen. 🙂 Zwar könnte DVI-D auch 2k, das aber nur bei max. 60Hz. Da ich aber noch einen 1080p Monitor habe und den auf 144Hz betreibe, reicht DVI-D vollkommen aus. Wer mehr braucht, muss wohl oder übel auf DisplayPort umschweifen.

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