Mimosenbaum

Hypersensibilität und Depressionen

Seitdem es Menschen gibt, gibt es auch die Hypersensibilität und Depressionen. Doch sowohl die Eigenschaft Hypersensibilität, als auch die neue Volkskrankheit Depression, ist noch nicht all zu lang anerkannt, als das was es ist. Sind wir Hypersensiblen nun krank oder ist es eine Gabe? Und wie verhält es sich in Kombinationen mit Depressionen? In diesem Blog möchte ich gerne meine Erfahrungen und Gedanken an den Mann bringen, denn beides sind in der heutigen Zeit immer noch Tabuthemen, die z.B. den Job kosten könnten.

Was ist Hypersensibilität überhaupt?

Lang Zeit haben sich viele Leute und besonders meine Mutter gefragt, wieso ich eigentlich so „weinerlich“ bin. Nach dem Tot meines Bruders 2000, sind meine Mutter und ich immer mehr in die Spiritualität gerutscht. Wir haben uns über verschiedenste Dinge informiert. Unter anderem auch über die s.g. Indigo-Kinder, die eine spezielle Generation darstellt und sind auch auf die Hypersensibilität gestoßen.

Hypersensible Menschen sind im Endeffekt sehr mitfühlend, emphatisch und oft auch emotional. Sie können gewisse Ereignisse, wie z.B. die Szene mit der Beschneidung des Kindes aus dem Film Die Wüstenblume, nicht einfach wegstecken und nicht an sich ranlassen. Sie fühlen praktisch mit und verspüren meist den Drang, sofort dem Opfer helfen zu wollen. Auch andere Ereignisse beschäftigen sie lange oder lösen sogar Angst-/Panikattacken aus – wie z.B. in meinem Fall, wenn sich jemand erbricht oder bekomme Angst selber zu erbrechen.

„Normale“ Menschen sagen uns dann einfach, dass wir uns nicht so anstellen und ein härteres Fell zulegen sollen. Und wenn man ihnen dann sagt, dass man hypersensibel sei, tun sie es häufig einfach als Quatsch oder Phase ab. Sich als hypersensibler Mensch ein dickeres Fell zuzulegen, ist eigentlich (fast) unmöglich. Man kann aber lernen mit gewissen Situationen anders umzugehen.

Womit hypersensible Menschen auch zu kämpfen haben, ist auch ihr Gehör. Als hypersensibler kann man viele Umgebungsgeräusche nicht einfach ausstellen oder ausblenden. Wir bekommen schlichtweg um einiges mehr mit als normale Menschen, da unser Hirn mehr Reize verarbeitet. Wieso das so ist, kann ich leider auch nicht sagen, da ich kein Psychologe bin, dennoch weiß ich, dass es so ist. 🙂 Deshalb kann z.B. schon ein gewisses Geräusch, was dem Erbrechen nahe kommt schon dafür sorgen, dass es dem Hypersensiblen mulmig wird. Man fühlt einfach mit der Person mit und manchmal leidet man sogar mehr als das eigentliche Opfer.

Bin ich als hypersensibler nun krank oder nur besonders?

Ich aus meiner Sicht und der anderer Forscher in der Richtung kann sagen, dass man einfach nur besonders ist. Besonders aber nicht im Sinne von verquer, sondern besonders im Sinne von speziell begabt. Denn genau durch die Fähigkeit besonders einfühlsam, feinfühlig und emphatisch zu sein, können wir z.B. tiefer lieben, mitfühlen, gewisse Situationen besser deuten usw. Es macht uns also nicht zu schlecht(eren) Menschen, sondern hebt uns eigentlich auf eine spezielle Ebene, die „Normalos“ evtl. verborgen bleibt. Auch wenn das jetzt vielleicht sehr eingebildet oder hochtrabend klingt.

Andererseits können wir als Hypersensible auch nicht jede Arbeit ausüben. Zum Beispiel im Schlachthof zu arbeiten, wäre für uns der Tot! Wir würden dann eher sämtliche Tiere freilassen, anstatt sie zur Schlachtung vorzubereiten. Deshalb ist es auch gut und sehr respektabel, dass es Menschen gibt, die so einen Job ausüben können! Und selbst Horrorfilme oder eben gewisse Dramen oder Thriller sind nichts für uns, da wir hier u.a. eine Depression entwickeln können.

Ich z.B. hatte in meiner Jugendzeit mal den Film Hostel angeschaut, der schon richtig übel ist. Schon das Cover lässt vermuten, dass es sich hier um einen sehr abartigen Film handeln muss. Junge Studenten oder Leute werden in einer gewissen Bar mit Alkohol oder K.O.-Tropfen betäubt und wachen Stunden später in einer abgelegenen, alten Lagerhalle fast nackt und an einen Stuhl gefesselt auf. Anschließend tritt ein grausiger, Metzger artiger Fuzzi durch die Tür und fängt an, die Person zu foltern. Da wird ihm z.B. mit der Bohrmaschine in den Körper gebohrt usw., bis die Person vor Schmerz anfängt sich zu erbrechen. Der Film hatte mich min. 3 Monate beschäftigt und hatte dadurch Essstörungen entwickelt. Ich habe sehr wenig gegessen.

Und dann gibt es da auch noch die Geruchsaffinität. Heißt aber nicht, dass jeder, der nun ein sehr gutes Näschen hat hypersensibel ist, aber wenn ich jetzt von mir ausgehe, dann ist mir der Körpergeruch anderer Menschen für mich ein wichtiges Kriterium, ob ich jemanden „riechen“ kann oder nicht. Denn der Körpergeruch verrät viel über einen Menschen. Zum Beispiel ob er genetisch mit mir kompatibel ist, ob der Mensch ehrlich ist, wie er sich ernährt, wie er sonst so lebt usw.

Deshalb ist dies für mich für die Partnersuche sehr wichtig. Heißt aber nicht, dass ich jetzt wie ein Hund hier rumrenne und jedem unter den Achseln oder dem Hintern rieche. Nehme ich dennoch einen Körpergeruch wahr, dann prüfe ich, ob ich den Menschen riechen kann oder nicht, ob er u.a. von seinem Charakter her mit mir kompatibel ist. Mag für Normalos oder Verständnislose eklig klingen, ist aber von Natur aus eine wichtige Angelegenheit. Trotzdem ist Körperhygiene wichtig, denn man riecht (!) auch, wenn man sauber ist, was eigentlich völlig normal ist! Doch leider haben viele Unnatürlichkeiten dafür gesorgt, dass wir durch Parfüm den anderen Geschlecht eine falsche Kompatibilität vorgaukeln. Deshalb immer gut unter den Achseln und im Intimbereich waschen, kein Deo nutzen und Parfüm nur wenig auftragen. Somit bekommt man ein gutes Gleichgewicht aus eigenen Pheromonen bzw. eigener Persönlichkeit und Duft.

Und was haben nun Depressionen mit all dem zutun?

Nun, wie oben schon geschrieben, „fressen“ wir Hypersensiblen vieles in uns rein und können es nicht an uns abprallen lassen. Wir leiden mit, wir leiden dann auch oft mehr und verknüpfen es u.a. auch mit eigenen Erfahrungen.

Ich z.B. lebe seit meiner Kindheit mit einer s.g. Emetophobie. Dabei handelt es sich um eine Angststörung die dafür sorgt, dass in mir Angst oder Panik aufsteigt, wenn sich jemand anderes übergibt. Noch stärker ist es, wenn ich mich selber übergeben müsste. Hier bin ich immer stark am kämpfen. Doch in manchen Situationen ist es überlebensnotwenig sich zu übergeben, was ich bewusst auch weiß. Trotzdem scheint unterbewusst etwas zu liegen, was ich bis heute immer noch nicht wegbekommen habe.

Gewisse Ereignisse lösen bei den Menschen verschiedenste Phobien oder Depressionen aus. Und dabei reicht dann auch nur ein gewisses ähnliches Geräusch, ein Geruch oder irgendwas anderes dazu aus, um in uns eine Panik- oder Angstattacke auszulösen. Man kann sowas aber klar auch in den Griff bekommen, was jedoch viel Arbeit an sich selbst bedeutet. Mich hingegen tangiert es nicht mehr (so), wenn ich ein Geräusch wahrnehme, das dem Erbrechen ähnlich klingt. Und verbinde käsigen Geruch auch nicht gleich mit Erbrochenem. Dennoch ist die Angst davor selber zu Erbrechen immer noch präsent und seit ein paar Wochen auch stärker denn je.

Es ist schwierig heute damit zu leben

Deshalb ist es schwierig, angesichts dieser Umstände, in der heutigen Gesellschaft zu leben. Man stößt häufig auf Unverständnis und nur bei Seinesgleichen auf Mitgefühl. Aber es geht und man sollte sich von den ganzen Gefühlskrüppeln deswegen nicht entmutigen lassen! Man ist eben etwas besonderes und kann Stolz darauf sein. Es wäre deshalb ein Fehler, deshalb den Kopf in den Sand zu stecken und zu schweigen. Gerade in der aktuellen Zeit ist es wichtig, diese Thematiken publiker zu machen und die Leute aufzuklären. Problem ist es dann nur, wenn z.B. Negativschlagzeilen über psychisch kranke mit Depressionen in den Nachrichten mitbekommt und die Person dann jemanden umgebracht hat.

Nicht jeder psychisch kranke ist ein potentieller Mörder! Genauso wenig jeder Ballerspielespieler ein potentielle Amokläufer ist. Es kommt immer auf die Hintergründe und die Vergangenheit dieser Menschen drauf an. Doch leider sind wie immer die Medien daran Schuld, dass gewisse Gruppen in Verruf geraten, gerade weil sich die breite Masse auch nicht mehr selber informiert, sondern lieber Fernsteuern und für sich denken lässt.

Wie gesagt: Lasst Euch nicht entmutigen! Bleibt stark, denn das können wir auch und klärt die Leute auf!

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